Augenmotorik
Eine gleichmäßige Augenbewegung ohne Sprünge ist eine der Grundlagen für eine gute visuelle Wahrnehmung.
Beispiel für einen möglichen Seheindruck bei unzureichend koordinierter Augenbewegung
Nur wenn unsere Augen exakt zusammenarbeiten und gut kooperieren, sind wir in der Lage, einen Text schnell zu erfassen und im Gehirn einen Vergleich mit schon Erlerntem vorzunehmen. Augenpaare, die hier nicht harmonieren, springen falsch und der Sinn des Textes erschließt sich uns nicht oder erst nach mehrmaligem Lesen.
Vergenz
Wenn beide Augen auf einen Gegenstand oder ein Wort blicken, nehmen sie einen bestimmten Winkel zu einander ein.
Die Sehachsen der Augen kreuzen sich dann in dieser Ebene oder verlaufen parallel, wenn der Gegenstand im Unendlichen liegt. Weicht der Winkel eines oder beider Augen ab, muss die Augenmuskulatur oft korrigierend arbeiten.

Beispiel für einen möglichen Seheindruck bei fehlerhafter Vergenz
Kleinere Korrekturen der Muskulatur verursachen häufig Anstrengungsbeschwerden der Augen.
Größere Abweichungen können oft nicht mehr ausgeglichen werden und das Auge schielt dann deutlich sichtbar.
Akkommodation
Die Akkommodation ist die Fähigkeit der Augen, sich auf jede Entfernung so einzustellen, dass ein deutliches Bild auf der Netzhaut entsteht.
Die Akkommodation und die Konvergenz sind miteinander gekoppelt.
Beim Lesen sollte die Einstellung der Schärfe mit dem Kreuzpunkt der Sehachsen in jeder Entfernung zusammenfallen.

Beispiel für einen möglichen Seheindruck bei unzureichender Akkommodation
Ist dieses Verhältnis gestört, liegt ein Akkommodations- oder Konvergenzfehler vor. Das Sehen oder Lesen wird sehr anstrengend und es kann Nahstress entstehen.
Visualisation
Um das Gesehene deuten zu können, müssen viele neurologisch miteinander verknüpfte Abläufe erfolgreich miteinander harmonieren und kooperieren.

Beispiel für einen möglichen Seheindruck bei "Buchstabendrehern"
Sind Defizite bei der visuellen räumlichen Verarbeitungsfähigkeit vorhanden, so können Schwierigkeiten z.B. beim Sport oder im Straßenverkehr auftreten. Geschwindigkeit und Bewegungsrichtung können nicht schnell genug eingeschätzt werden.
Bei Defiziten in der Verarbeitung visueller Informationen, können Erfahrungsmuster, die im Gehirn gespeichert sind, nur unvollkommen abgerufen werden.
Beim Lesen von Texten beobachtet man z.B. häufig Verwechslungen von Buchstaben (b und d; u und v; p und q).
Die Folge kann eine reduzierte Sinnerfassung beim Lesen sein.
